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Straße von Hormus - vom Tankerangriff zur Zapfsäule

Öltanker auf See aus der Luft

In der Straße von Hormus sind in den vergangenen Wochen so viele Öltanker angegriffen worden wie nie zuvor. Die Meerenge sichert etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung, doch der Transit ist auf rund zwei Drittel des normalen Niveaus gefallen. Brent-Öl stieg dadurch am Samstag auf knapp 110 Dollar pro Barrel. An der belgischen Zapfsäule ist davon heute noch wenig zu spüren. So funktioniert die Kette.

Was passiert

Zwischen dem 28. September und dem 4. Oktober wurden mindestens zehn Tanker in der Straße von Hormus getroffen, und auch in der Woche darauf blieb die Zahl der Angriffe hoch. Der Krieg zwischen dem Iran und den USA und Israel, der seit Februar läuft, legt die iranischen Ölexporte lahm und macht die Durchfahrt riskant. An manchen Tagen passieren nur noch eine Handvoll Tanker, so wenige wie seit Monaten nicht mehr. Der Markt reagiert: Brent stieg vergangene Woche auf fast 110 Dollar pro Barrel.

Wie der Preis nach Belgien gelangt

Der belgische Höchstpreis wird an jedem Arbeitstag vom FÖD Wirtschaft berechnet. Die Grundlage ist die internationale Notierung der Fertigprodukte am Rotterdamer Markt, umgerechnet in Euro zum Kurs der Europäischen Zentralbank. Hinzu kommen Verbrauchsteuern, Vertriebsmarge und Mehrwertsteuer. Diese internationale Notierung bewegt sich jeden Tag. Der belgische Höchstpreis nicht.

Warum die Zapfsäule langsam reagiert

Dafür gibt es drei Gründe. Erstens ändert sich der Preis erst, wenn die Bewegung der Notierung groß genug ist, um eine Schwelle zu überschreiten. Zweitens dämpft der FÖD scharfe Spitzen mit einem gleitenden Durchschnitt über zwanzig Tage. Und drittens wird nur an Arbeitstagen gerechnet: Sonntag und Montag übernehmen einfach den Preis vom Samstag. Ein Ölpreisgipfel am Weltmarkt schlägt sich also in Schritten nieder, nicht auf einen Schlag.

Wo Belgien jetzt steht

Diesel B7 kostet seit dem 17. Oktober höchstens 2,4440 Euro pro Liter, nachdem der Preis am 10. Oktober in einem Schritt um zehn Cent auf 2,492 Euro gestiegen war. Benzin 95 E10 steht seit dem 15. Oktober bei 2,0640 Euro und E5 bei 2,1210 Euro, nahezu unverändert. Der Aufwärtsdruck vom Ölpreis ist da, doch nach dem Dieselanstieg vom 17. Oktober ist die Schwelle hoch. Ein neuer Schritt folgt erst, wenn die Notierungen lange genug höher bleiben.

Fazit

Der Weltmarkt sagt “nach oben”, aber der belgische Höchstpreis folgt in Schritten und mit Verzögerung. Wir verfolgen die offizielle Liste und melden jede Änderung, sobald der FÖD Wirtschaft sie umsetzt.

Quelle: FÖD Wirtschaft - Höchstpreise, NRC - Angriffe auf Öltanker im Persischen Golf, CNN - Oil prices jump amid record tanker attacks in Hormuz.